Jedes Unternehmen, das sich mit der Digitalisierung und dem Internet der Dinge (Internet of Things – IoT) beschäftigt, kommt früher oder später an den Punkt, an dem eine IoT-Plattform ausgewählt werden muss. Denn ganz gleich, ob die Digitalisierung im Unternehmen der Optimierung der eigenen Prozesse dienen soll oder ob neue datenbasierte Geschäftsmodelle entwickelt werden – im Regelfall sind IoT-Funktionen und/oder IoT-Devices im Spiel. Und schon wird eine passende IoT-Plattform als technischer und betriebswirtschaftlicher Enabler benötigt. Diese Plattform muss dann aber auch zu der eigenen Digitalisierungsstrategie des Unternehmens und den individuellen IoT-Anforderungen der IoT-Projekte passen. Doch bei einem aktuellen Angebot von mehreren hundert Plattformen gestaltet sich die Auswahl nicht einfach. Dazu kommt, dass nicht alles, was sich als IoT-Plattform bezeichnet, auch tatsächlich eine IoT-Plattform im eigentlichen Sinn ist.

Was ist eine IoT-Plattform?

Eine IoT-Plattform ist eine zentrale technische Einheit, welche Daten aus unterschiedlichen Quellen (IoT-Sensor-Daten, Nutzer-Daten, Maschinen-Daten, Umgebungs-Daten, etc.) über unterschiedliche Schnittstellen und Protokolle sammelt und aggregiert, um daraus mit Hilfe von speziellen IoT-Applikationen dem Plattform-Nutzer datenbasierte Mehrwerte zur Verfügung zu stellen. Mit einer IoT-Plattform können verschiedenartige Gerätetypen und Anwendungen miteinander verknüpft werden, die sich über ihre jeweils eigenen Kommunikationswege hinweg über die Plattform austauschen und ggf. automatisiert aufeinander reagieren. Als IoT Application Enablement Platform (IoT AEP) stehen dem IoT-Plattform-Nutzer neben der Basis-Funktion der Konnektivität auch Tools für das IoT-Device-Management, für die Daten-Visualisierung und Daten-Analyse, für ein regelbasiertes Aktions-Management, etc. zur Verfügung.

IoT-Plattform Typen

Von entscheidender Bedeutung für die Auswahl einer IoT-Plattform ist der Plattform-Typ. Um eine Entscheidung treffen zu können, müssen zuvor die individuellen Anforderungen an die Plattform bereits definiert worden sein. Diese leiten sich wiederum von den Anforderungen der geplanten IoT-Projekte und der Digitalisierungs-Strateggie des Unternehmens ab. Nur so lässt sich feststellen, welcher IoT-Plattform-Typ für die eigenen IoT-Projekte am geeignetsten ist.

 

 

Die am Markt befindlichen IoT-Plattformen lassen sich grundsätzlich anhand der angebotenen Service-Modelle unterscheiden (siehe Grafik).

Allgemeine Cloud Dienste

Die Basis-Services für jede IoT-Plattform stellen die Server-, Speicher- und Netzwerk-Dienste dar. Diese werden von den Anbietern von allgemeinen Cloud Diensten, wie z.B. AWS, Azure oder IBM in Form von „Infrastructure as a Service“ (IaaS) bereitgestellt. Die Anbieter der anderen Plattform-Typen benötigen diese Services von Drittanbietern, um dann auf diesen ihre eigenen IoT-Service-Modelle aufzusetzen.

Spezialisierte IoT Plattformen

Der größte Teil der am Markt befindlichen IoT-Plattformen bieten „Platform as a Service“ (PaaS) in Kombination mit spezialisierten Applikationen als „Software as a Service“ (SaaS) an. Den Komfort der spezialisierten Plattform auf Mandanten-Basis bezahlt der Nutzer allerdings mit einer beschränkten Hoheit über seine Daten.

Individuelle IoT-Plattformen

Die absolute Hoheit über die eigenen Daten ist – neben einer maßgeschneiderten Anpassung an die eigenen Anforderungen – daher auch der große Vorteil einer individuellen IoT-Plattform. Hierbei werden mit IoT SaaS-Applikationen individuelle Anwendungen erstellt und selektiv mit den passenden PaaS- und IaaS-Komponenten eines allgemeinen Cloud-Dienste-Anbieters kombiniert. Somit bietet die individuelle IoT-Plattform die höchste Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an neue oder sich ändernde Anforderungen.

IoT Kompetenz-Partner

Grundsätzlich lassen sich individuelle IoT-Plattformen von Unternehmen mit entsprechenden IoT-Fachkräften auch Inhouse und in Eigenregie erstellen und verwalten. Wer jedoch dabei kein Lehrgeld zahlen und schneller sein IoT-Projekt zum Erfolg bringen möchte, lässt sich von einem erfahrenen Partner mit IoT-Plattform Architektur- und Entwicklungs-Know-how beraten und unterstützen. Für einen einfacheren Einstieg bieten diese IoT-Spezialisten oftmals auch bereits vorkonfigurierte IoT Cloud Plattform Pakete an. Diese können dann als Ausgangsbasis für den schnellen Start dienen und dann im Laufe des Projekts sukzessive an die eigenen Anforderungen des IoT-Projekts angepasst werden.

Drum prüfe …

Die Auswahl des richtigen IoT-Plattformtyps ist insofern wichtig, als die Entscheidung für einen Plattform-Typ eine langfristige Entscheidung ist. Denn läuft ein IoT-Projekt erst einmal auf einem ausgewählten Plattform-Typ, so ist ein aufgrund neuer oder geänderter Anforderungen notwendiger Wechsel des IoT-Plattformtyps zu einem anderen nur mit extremen Anstrengungen und großem zeitlichen und finanziellem Aufwand machbar.

 

 


 

Herausforderungen bei IoT- und Smart Products Projekten

Heutzutage ist Embedded Software Entwicklung nicht mehr vergleichbar mit dem, was noch vor 10 Jahren Stand der Technik war. Die IoT-Produkte werden immer komplexer und die IoT-Hardware immer leistungsfähiger. Steigende Komplexität beim Embedded Software Design führt aber aber zwangsweise auch zu einer höheren Fehleranfälligkeit.

Gerade bei Smart Products ist aber die Robustheit des Embedded Software Designs ein ganz entscheidendes Kriterium. Denn die IoT-Devices müssen häufig über sehr lange Zeiträume laufen, haben aber kein User Interface, um das Gerät neu zu starten, wenn es mal hängt.

Mit klassischen Software-Entwicklungs-Methoden lässt sich aber die Komplexität bei der Entwicklung eines robusten Embedded Software Designs kaum mehr beherrschen. Zahlreiche von uns durchgeführte Code-Review-Projekte zeigen das immer wieder schmerzlich aufs Neue.

Doch wie erreicht man nun einen anderen Level bei der Embedded Software Entwicklung für Smart Products mit einem Real Time OS wie z.B. RTOS oder ThreadX?

 

Quality by Design: Das Standard Finite State Machine Framework

Das Zauberwort heißt hier: Event Driven Architecture. Durch den Einsatz eines Standard Finite State Machine Framework (http://www.state-machine.com/) erreicht man einen neuen Level an Stabilität und Robustheit im Embedded Software Design. Dabei geht die Architektur weg von klassischen Thread-Syncronisations-Methoden hin zu Event gesteuerten Programmabläufen.

Dieses Schaubild verdeutlich diesen Paradigmenwechsel sehr gut:

Embedded Software Design Paradigm Shift

http://embedded-computing.com/eletter-products/asynchronous-event-driven-architecture-for-high-reliability-systems/

Doch warum ist nun eine Event Driven Architecture so viel besser als „klassische“ Embedded Software Entwicklungs-Methoden?

Dafür gibt es zwei Gründe:

 1. Threads

Threads sind eine große Hilfe bei der Entwicklung komplexer Embedded Software. Allerdings gestaltet sich die Synchronisation und Kommunikation schwierig und erfordert vom Entwickler ein sehr hohes Maß and Disziplin, Erfahrung und Überblick über den Code. Mit wachsender Komplexität der Anwendung wird das Thread Handling aber immer anfälliger für Fehler. Die üblichen damit einhergehenden Probleme sind Race Conditions, Deadlocks, Performance Probleme, usw. Fehler in diesem Bereich sind in der Regel auch am schwersten zu finden und zu reproduzieren.

Um diese Probleme beim Embedded Software Design zu adressieren, hat man entsprechende Regeln für die Software Entwickler erdacht.

Siehe: https://herbsutter.com/2010/07/12/effective-concurrency-prefer-using-active-objects-instead-of-naked-threads/


  1. Don’t block inside your code. Instead communicate among threads asynchronously via event objects → This makes threads run truly independently, without blocking on each other
  2. Don’t share any data or resources among threads. Keep data and resources encapsulated inside threads (“share-nothing” principle) and instead use events to share information
  3. Organize your threads as “message pumps” (event queue + event loop)

Wenn man es schafft, diese Regeln konsequent umzusetzen, erhält man entsprechend robusten Embedded Software Code. Die Erfahrung zeigt aber, dass Menschen immer wieder Fehler machen bzw. sich aufgrund von Komplexität Fehler einschleichen.

Die Lösung:
Durch den Einsatz des Standard Finite State Machine Framework erzwinge ich die Einhaltung der oben genannten Regeln einfach durch eine Umkehr der Kontrolle. Das Framework sorgt mit dem Design dafür, dass die Spielregeln bei der Embedded Software Entwicklung eingehalten werden und ich kann als Entwickler keine solchen Fehler mehr einbauen.

 2. Spaghetti Code

In der Regel fängt alles immer ganz harmlos an und der Entwickler schreibt eine Methode, um Events zu verarbeiten. Mit der Zeit kommen jedoch immer mehr neue Events und immer komplexere Bedingungen hinzu. Die if-then-else Statements werden mehr und mehr und immer verschachtelter – bis zu dem Punkt, dass ein Außenstehender nicht mehr versteht, was eigentlich passiert. Dieses Problem lässt sich dann durch entsprechendes Refactoring zwar wieder eindämmen – besser wäre es aber, wenn es erst gar nicht entstehen kann.

Die Lösung:
Auch dafür sorgt das Standard Finite State Machine Framework, weil hier gänzlich anders an die Problemstellung heran gegangen werden muss. Das führt nachweislich zu besseren Ergebnissen bei der Entwicklung eines robusten Embedded Software Designs. Eine sehr schöne Beschreibung (englisch) gibt es hier:
https://www.state-machine.com/doc/Modern_Programming_Slides.pdf


Wenn auch Sie Probleme mit unzuverlässigem Embedded Software Code haben, sprechen Sie uns an! Unsere Spezialisten prüfen gerne gemeinsam mit Ihnen, wie ein Re-Design Ihrer Lösung aussehen kann. Sie profitieren dabei von unserem speziellen Architektur- und Entwicklungs-Know-how für robustes Embedded Software Design und der langjährigen Erfahrung aus zahlreichen IoT- und Smart Products Projekten.

Auch für die Entwicklung neuer Smart Products und in neuen IoT-Projekten hat sich diese Vorgehensweise mit dem Standard Finite State Machine Framework als sehr erfolgversprechend gezeigt.


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Mit dieser Serie von Blog-Artikeln werden wir einige grundlegende Gedanken zum Themenkomplex des „Internet of Things“ – auch kurz „IoT“ genannt – für Planer und Entscheider in mittelständischen Unternehmen zusammengefasst haben.

Wir wollen damit häufig gestellte Fragen beantworten und unseren Lesern einen Einstieg geben, um erste Gedanken zum Thema IoT für das jeweilige Unternehmen zu formulieren.


In einer kürzlich veröffentlichten Studie des IT-Dienstleisters HCL Technologies nannten 46 Prozent der befragten Projektverantwortlichen die Nutzung der richtigen IoT-Plattform als eine der größten Herausforderungen für das IoT-Projekt des Unternehmens.

Typischer Weise werden dabei die folgenden Anforderungen an die IoT-Plattform gestellt:

  • Quantitative Skalierbarkeit
  • Automatisierbarkeit
  • Offenheit, Schnittstellen
  • Technologische Reife der Plattform

Nun versucht das Unternehmen mit den bekannten Methodiken umfassend zu planen und so durch die Auswahl der „perfekten“ IoT-Plattform sein Projekt zum Erfolg zu führen.
Aber: Eine Digitalisierung nach Fahrplan gibt es nicht. Die Evaluation von IoT-Plattformen ist daher vielfach nur eine unnötige Geld- und Zeitverschwendung!

Warum ist das so? Weil eine Entscheidung pro oder Contra einer Plattform oftmals nur an kleinen technischen Detailfragen festgemacht wird, die zudem immer nur auf Basis des jeweils aktuellen Wissenstandes im Projekt erfolgen kann. Bei IoT-Projekten wird aber fast immer Neuland betreten. Die Anforderungen, Zielsetzungen, Use-Cases und Prioritäten ändern sich sehr schnell. Diese Änderungen sind aber unmöglich vorhersehbar. Alle Versuche, die möglichen Szenarien bei der Planung in Summe zu berücksichtigen, führen entweder zu einem Projekt mit gigantischen Kosten oder aber zu einer sehr langwierigen Planungsphase, die am Ende den Projektfortschritt sehr stark verlangsamt.

Unsere Empfehlung lautet daher:

Wählen Sie eine große, flexible Cloud-Plattform und fangen Sie einfach an. Denn während Ihr Wettbewerber noch überlegt, welche IoT-Plattform er nehmen soll, haben Sie schon den ersten Prof-of-Concept am Start und können echte Erfahrungen im Feld sammeln. Bei Umsetzung von IoT-Projekten lassen sich zwar viele technische Aufgaben im Zweifelsfall durch erhöhten Ressourceneinsatz beschleunigen, nicht aber das Sammeln von Erfahrungen im Feld! Wer hier zuerst kommt, mahlt zuerst und kann sich schnell einen Wettbewerbsvorteil sichern, der von der Konkurrenz nur schwer wieder aufgeholt werden kann.

Was ist wirklich wichtig bei der Plattformauswahl?

Über die Jahre haben sich folgende Parameter als wirklich strategisch relevant erwiesen:

  • Größe des Cloud-Anbieters
  • Flexibilität der Architektur und Ihrer Komponenten
  • schnelle Release-Zyklen der Cloud-Dienste

Warum eine große Plattform? Weil dieser Anbieter vermutlich auch in 24 Monaten noch existiert. Weil nur die großen Anbieter genügend in die kontinuierliche technologische Weiterentwicklung investieren können.

Warum Flexibilität? Weil nur damit die Chance besteht, dass auch Ihre künftigen Anforderungen erfüllt werden – und dies sowohl in technologischer als auch in funktionaler Hinsicht. Gerade der mögliche Einsatz verschiedener Technologien im Rahmen einer Microsystemarchitektur erleichtert und beschleunigt die Integration vorhandener Systeme ganz enorm.

Warum schnelle Release-Zyklen? Weil nur so die Chance besteht, dass in den verwendeten Cloud-Diensten die unvermeidlichen Kinderkrankheiten und Fehler schnell verschwinden, fehlende Funktionen in endlicher Zeit ergänzt werden.

Wenn Ihnen also ein Beratungsunternehmen als Einstieg in Ihr IoT-Projekt eine Studie für den Vergleich von 60 IoT-Plattformen empfiehlt, schicken Sie es nach Hause. Das Geld können Sie sinnvoller einsetzen.


Erwecken Sie Ihre Digitalisierungs-Idee zum Leben und präsentieren Sie sie LIVE vor Management, Kollegen und Kunden: IoT-Showcase-Angebot  


Warum hat sich SIC! Software bei IoT-Projekten auf die Cloud-Dienste von AWS fokussiert?

Die Gründe für AWS sind ganz einfach:

  • Großer internationaler Anbieter, der nicht vom Markt verschwinden wird
  • Transparentes Preismodell
  • Ausgereifte Infrastruktur, rationelle Administrationsmöglichkeiten
  • sehr breites Spektrum unterstützter Programmiersprachen
  • Kein erzwungener Technologischer Lock-In
  • Stabile SDKs und Bibliotheken, umfassende Dokumentation
  • Schnelle Release-Frequenz der Dienste
  • Breites MicroService Portfolio
  • Weltweite Hoch-Verfügbarkeit

Weil es sich bei Technologie-Integratoren wie bei einem 5-Sterne-Restaurant verhält: Wenn die Speisekarte zu groß ist, leidet die Qualität! Viel wichtiger ist die Kenntnis wie man mit den Zutaten das optimale Ergebnis erreicht. Daher gibt es in den Top-Gourment-Restaurants nur ein Menü auf der Speisekarte – genauso wie sich unser Top-Expertenteam auf einen flexiblen, leistungsfähigen und zukunftssicheren Technologiebaukasten fokussiert.


Wenn Sie lernen möchten, mit welchen Methodiken man die für die eigene IoT Anwendung strategisch relevanten Schlüsselkomponenten identifiziert, um die Kontrolle über seine Daten zu behalten, erfahren Sie in Folge 1 unserer Webinar-Reihe „IoT Projekt-Know-how für Planer und Entscheider“ mit dem Titel „Die Cloud als notwendige Basis für IoT-Lösungen – das AWS-Praxisbeispiel „tempmate“.

Infos & Anmeldung


Weitere Teile dieser Blog-Artikel Serie:

IoT Projekt-Know-how für Entscheider – Teil 1: Warum müssen wir in die Cloud?

IoT Projekt-Know-how für Entscheider – Teil 2: Warum sollen wir jetzt IoT Projekte starten?

IoT Projekt-Know-how für Entscheider – Teil 3: Warum sollen wir in eine eigene IoT Anwendung investieren?


Übrigens: Als integrativer Entwicklungsdienstleister für AWS (Amazon Web Services) Cloud-Lösungen bieten wir Ihnen ein fundiertes Know-How in den Themenfeldern Internet of Things (IoT), Smart Products und Industrie 4.0 und unterstützen Sie gerne auch bei Ihrem IoT-Projekt. … mehr 

 


 

Mit dieser Serie von Blog-Artikeln werden wir einige grundlegende Gedanken zum Themenkomplex des „Internet of Things“ – auch kurz „IoT“ genannt – für Planer und Entscheider in mittelständischen Unternehmen zusammengefasst haben.

Wir wollen damit häufig gestellte Fragen beantworten und unseren Lesern einen Einstieg geben, um erste Gedanken zum Thema IoT für das jeweilige Unternehmen zu formulieren.


„Es gibt doch jede Menge „fertiger“ IoT-Lösungen in der Cloud, an die wir ganz einfach unsere Maschinen anschließen können.“

Die Antwort hier ist ganz einfach: Damit klar ist, wem die von Ihren Maschinen und Sensoren erzeugten Daten gehören, ist eine eigene IoT Anwendung die bessere Lösung!

Alle Arten von Daten sind das Gold des 21 Jahrhunderts. Viele „öffentliche“ IoT Dienste vereinnahmen jedoch diese Daten und verkaufen die daraus gewonnenen Erkenntnisse an jedermann – möglicherweise sogar an Ihre direkte Konkurrenz.

„Aber die Vernetzung im IoT Umfeld lebt doch von der Weitergabe von Daten?“

Ja natürlich, eine IoT-Lösung ist ohne die Weitergabe von Daten in der Regel nur von sehr beschränktem Nutzen. Unabhängig davon ist es aber unverzichtbar, dass Sie es selbst kontrollieren können, wer Zugriff auf Ihre Daten erhält und wer nicht, wer die Daten auswerten und daraus lernen kann und wer nicht!

Diese strategisch relevante Kontrolle über Ihre Daten können Sie nur dann sicherstellen, wenn Sie an den Schlüsselstellen in der IoT-Datenschöpfungskette eigene IoT-Anwendungen / -Lösungen/ -Apps implementieren, die zu 100% unter Ihrer Kontrolle stehen.

Nur wenn Sie wissen, an welchen Stellen welche Daten entstehen, was man daraus an Erkenntnisse gewinnen kann ist können Sie „verstehen“ was Ihre Kunden an Daten brauchen. Das wiederum ermöglich es Ihnen, Ihr Produkt mit mehr Kundennutzen zu versehen – und am Ende möglicherweise auch neue Geschäftsmodelle für Ihr Unternehmen zu entwickeln.


Warum wir als Basis für Ihre eigene IoT-Anwendung Amazon Web Services (AWS) Cloud empfehlen, erfahren  Sie hier


Der schnelle Einsatz einer bestehenden IoT-Plattform statt des Aufwands einer eigenen IoT Anwendung ist natürlich sehr verlockend. Für nur ganz wenig Geld können Sie Ihre „intelligenten Maschinen“ auf diese Art und Weise ins Internet bringen. Und für einen ersten Showcase kann dies unter Umständen auch ein sinnvoller Weg sein. Wer aber strategisch und längerfristig denkt, der sollte hier sorgfältig prüfen, welche Konsequenzen solch eine Entscheidung haben kann.

Wenn Sie lernen möchten, mit welchen Methodiken man die für die eigene IoT Anwendung strategisch relevanten Schlüsselkomponenten identifiziert, um die Kontrolle über seine Daten zu behalten, erfahren Sie in Folge 1 unserer Webinar-Reihe „IoT Projekt-Know-how für Planer und Entscheider“ mit dem Titel „Die Cloud als notwendige Basis für IoT-Lösungen – das AWS-Praxisbeispiel „tempmate“.  Infos & Anmeldung


Weitere Teile dieser Blog-Artikel Serie:

IoT Projekt-Know-how für Entscheider – Teil 1: Warum müssen wir in die Cloud?

IoT Projekt-Know-how für Entscheider – Teil 2: Warum sollen wir jetzt IoT Projekte starten?


Übrigens: Als integrativer Entwicklungsdienstleister für AWS (Amazon Web Services) Cloud-Lösungen bieten wir Ihnen ein fundiertes Know-How in den Themenfeldern Internet of Things (IoT), Smart Products und Industrie 4.0 und unterstützen Sie gerne auch bei Ihrem IoT-Projekt. … mehr 

 


 

 

 

 

 

Mit dieser Serie von Blog-Artikeln werden wir einige grundlegende Gedanken zum Themenkomplex des „Internet of Things“ – auch kurz „IoT“ genannt – für Planer und Entscheider in mittelständischen Unternehmen zusammengefasst haben.

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„Unsere Kunden haben doch gar keinen Bedarf für IoT!“

Hier wollen wir Ihnen kurz erläutern, warum Sie gerade deshalb jetzt Ihre ersten Schritte im Bereich des Internet of Things gehen und ihre eigenen IoT-Projekte starten müssen.

Wie wir in vielen Projekten erleben konnten, resultiert der fehlende „Bedarf“ auf Kundenseite aus einem Mangel an Vorstellungskraft, welchen neuen Nutzen eine IoT-fähige Maschine oder ein „Smarter Sensor“ bieten können.

„Na dann haben wir ja noch Zeit und können erst mal abwarten bis unsere Kunden soweit sind“

Dieses Denken kann sehr teuer werden, insbesondere dann, wenn Sie typischerweise Maschinen und Anlagen auf Kundenwunsch hin bauen.

Sobald nämlich Ihre Kunden selbst anfangen, die Chancen des Internet of Things zu erkennen und Anforderungen für eine IoT-Lösung selbst formulieren, hat Ihr Unternehmen die Innovationsführerschaft verloren.

Denn in der Regel wird Ihr Kunde nicht nur mit Ihrem Unternehmen sprechen, sondern auch mit Ihren Wettbewerbern, möglicherweise auch mit ganz neuen potentiellen Lieferanten und dabei eigene IoT Projekte starten.


Wenn wir bei SIC! Software Smart Products, Industrie 4.0- und IoT-Projekte starten, setzen wir primär Amazon Web Services (AWS) Cloud ein. Warum, das erfahren Sie hier


Und schneller als Ihnen lieb ist, befinden Sie sich mit Ihrem Angebot in einem Preiskampf. Die Innovationen werden nicht mehr von Ihnen getrieben sondern von Ihrem Kunden – Sie sind nicht mehr ein Partner auf Augenhöhe sondern nur noch ein Erfüllungsgehilfe.

„Wie sollen wir mit unseren Kunden ins Gespräch kommen, wenn diese den Nutzen nicht erkennen?“

Um diese Engpass zu lösen, empfehlen wir in einem ersten Schritt die Umsetzung eines Show-Case (auch Demonstrator genannt). Damit können Sie den Kunden Ihre grundsätzliche IoT Lösung und die daraus resultierenden Chancen anschaulich zeigen. Aber nicht nur das. Weil der Kunde ein konkretes Szenario vor sich liegen hat, können Sie auch die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden mit einer ganz anderen Qualität diskutieren.

Im Ergebnis erhalten Sie in vielen Fällen eine völlig andere Sicht der Dinge. Es werden neue Chancen sichtbar, die zuvor niemand erkennen konnte. So wird der Weg geebnet, dass Sie mit IoT Ihren Produkten einen einzigartigen Nutzen geben und Sie auch in Zukunft als innovativer Partner auf Augenhöhe wahrgenommen werden.

Wie Sie IoT-Projekte starten, indem Sie an die Planung und Konzeption eines kundenorientierten IoT-Showcase herangehen und wie Sie die strategisch relevanten Themen identifizieren, erfahren Sie in Folge 1 unserer Webinar-Reihe „IoT Projekt-Know-how für Planer und Entscheider“ mit dem Titel „Die Cloud als notwendige Basis für IoT-Lösungen – das AWS-Praxisbeispiel „tempmate“.  Infos & Anmeldung


Weitere Teile dieser Blog-Artikel Serie:

IoT Projekt-Know-how für Entscheider – Teil 1: Warum müssen wir in die Cloud?


Übrigens: Als integrativer Entwicklungsdienstleister für AWS (Amazon Web Services) Cloud-Lösungen bieten wir Ihnen ein fundiertes Know-How in den Themenfeldern Internet of Things (IoT), Smart Products und Industrie 4.0 und helfen Ihnen gerne auch dabei Ihre IoT-Projekte zu starten. … mehr 

 


 

Mit dieser Serie von Blog-Artikeln werden wir einige grundlegende Gedanken zum Themenkomplex des „Internet of Things“ – auch kurz „IoT“ genannt – für Planer und Entscheider in mittelständischen Unternehmen zusammengefasst haben.

Wir wollen damit häufig gestellte Fragen beantworten und unseren Lesern einen Einstieg geben, um erste Gedanken zum Thema IoT für das jeweilige Unternehmen zu formulieren.


Warum müssen IoT-Anwendungen eigentlich in die Cloud?

Ganz einfach: Das Internet of Things lebt von der Vernetzung. Ein „smarter Sensor“ kann nur dann smart (also scheinbar intelligent) sein, wenn er in der Lage ist, mit anderen Systemen zu kommunizieren. Die Begriffe Interoperabilität und Vernetzung sind hier die Schlagworte.

Kein Produktentwickler kann heute voraussehen, mit welchen Systemen seine IoT-Lösung in Zukunft zusammenarbeiten muss. Keine noch so umfassende Analyse kann einem Unternehmen heute verlässlich sagen, wie das digitale Ökosystem aussehen wird, in dem seine Produkte künftig eingesetzt werden.

Eine zentrale Anforderung die aber heute und in Zukunft auf jeden Fall besteht, ist der Umstand, dass die IoT-Systeme und deren Komponenten eine schnelle und unkomplizierte Vernetzung erlauben müssen. Nur dann wird es gelingen, strategische Partnerschaften mit Leben zu erfüllen und tatsächlichen Nutzen zu schaffen.


Warum wir bei SIC Software bei der Realisierung der IoT-, Smart Products und Industrie 4.0-Projekte für unsere Kunden primär Amazon Web Services (AWS) Cloud einsetzen, erfahren Sie hier


Eine IoT Lösung in der Cloud löst nun wichtige zentrale technische Anforderungen:

  • Eine zentrale Softwarelösung in der Cloud erlaubt wirtschaftliches Abbilden standardisierter Schnittstellen. Es muss bei notwendigen Änderungen nur an einer zentralen Stelle gearbeitet werden.
  • Schnellere Innovation für alle Ihre Kunden. Das Hinzufügen neuer Dienstmerkmale zu einer bestehenden IoT-Lösung in der Cloud steht sofort allen angeschlossenen Systemen zur Verfügung.
  • Die IT-Infrastruktur in der Cloud kann bei sich ändernden Anforderungen schnell skaliert werden – und das in beide Richtungen. Systeme können sowohl vergrößert als auch verkleinert werden.
  • Sie können mit vergleichsweise geringem Aufwand bestehende Funktionen externer Anbieter in Ihr eigenes digitales Ökosystem aufnehmen oder aber Ihr IoT-System anderen Ökosystemen zur Verfügung stellen.

Nur mit einer IoT-Lösung, die in der Cloud betrieben wird, ist Ihr Unternehmen in der Zukunft in der Lage, schnell und flexibel zu überschaubaren Kosten auf neue Anforderungen dieser Art zu reagieren.

Welche strategisch relevanten Punkte bei der Auswahl eines Cloud-Anbieters beachtet werden müssen und wie Sie die Kontrolle über Ihre Systeme behalten, erfahren Sie in Folge 1 unserer Webinar-Reihe „IoT Projekt-Know-how für Planer und Entscheider“ mit dem Titel „Die Cloud als notwendige Basis für IoT-Lösungen – das AWS-Praxisbeispiel „tempmate“.  Infos & Anmeldung


Übrigens: Als integrativer Entwicklungsdienstleister für AWS (Amazon Web Services) Cloud-Lösungen bieten wir Ihnen ein fundiertes Know-How in den Themenfeldern Internet of Things (IoT), Smart Products und Industrie 4.0 und unterstützen Sie gerne auch bei Ihrem IoT-Projekt. … mehr 

 


 

Von vielen unserer Kunden wird die Vertriebs-App VERMO cloud  besonders gerne und erfolgreich als Lead-App auf dem Messestand eingesetzt, da sie dem Messe-Personal nicht nur die einfache  und schnelle Messe-Leaderfassung mit dem Smartphone oder Tablet per Visitenkarten Scan, sondern auch eine überzeugende Präsentation mit digitalen Medien auf dem iPad ermöglicht.

Der Einsatz einer Lead-App alleine kann jedoch noch keinen Messe-Erfolg garantieren, denn für eine erfolgreiche Messeteilnahme sind zahlreiche weitere Faktoren zu berücksichtigen.
Die wichtigsten Fragen, die für eine erfolgreiche Messebeteiligung entscheidend sind, haben wir in den folgenden vier Messe-Checklisten zusammengefasst:


Messe-Checkliste Nr. 1: Messestand-Gestaltung

  • Entspricht die Gestaltung dem CI des Unternehmens (Farben, Stil, etc.)?
  • Hebt sich der Stand optisch vom Wettbewerb ab?
  • Sind Elemente vorhanden, die für eine gute Fernwirkung sorgen (großes Logo-Display, Fahnen/Banner, selbstleuchtende Elemente, etc.)?
  • Ist der Stand offen und einladend gestaltet?
  • Sind Displays angebracht oder Produkte aufgestellt, durch die dem Besucher sofort klar wird, welche Waren bzw. Dienstleistungen angeboten werden?
  • Gibt es Eyecatcher, die die Aufmerksamkeit von vorbeilaufenden Messebesuchern erregen und als Gesprächsaufhänger dienen können?
  • Sind die Besprechungs-Tische/-Ecken für die Beratung mit dem iPad/Tablet & Vertriebs-App optimiert (Gesprächsposition nebeneinander statt gegenüber)?
  • Gibt es einen Service-Raum bzw. Bereich (für Material, Kaffeemaschine, Snacks, etc.)?

Messe-Checkliste Nr. 2: Messe-Ziele

Die Festlegung von konkreten Messezielen dient als Leitfaden für alle Messeaktivitäten und ermöglicht eine Erfolgskontrolle nach der Messe.

  • Sind die Messeziele eindeutig definiert?
  • Sind die Messeziele messbar, d.h. quantitativ darstellbar?
  • Sind die Messeziele realistisch erreichbar?
  • Sind entsprechende Reports für die tagesaktuelle Auswertung per Knopfdruck eingerichtet?

Beispiele für mögliche Messeziele:

  • Anzahl der Kontakte (ggf. unterteilt nach Kontaktart, z.B. Kunde oder Interessent)
  • Anzahl der Leads (ggf. unterteilt nach Klassifizierung)
  • Anzahl der Medienberichte
  • Anzahl der Verkaufsabschlüsse bzw. Angebote
  • Anzahl der verteilten Flyer bzw. Broschüren

Messe-Checkliste Nr. 3: Messestand-Personal

  • Ist der Zeitplan für das Messepersonal festgelegt? Besonders zu berücksichtigen sind dabei …
    • voraussichtliche Messe-Stoßzeiten
    • Anwesenheit von Fachpersonal / Spezialisten auf dem Messestand
    • Pausenzeiten & Vertretungen
    • Ersatz-Messepersonal für Ausfälle
    • Personal für die Auf- und Abbauphase
  • Gibt es eine schriftliche Messe-Info, die alle wichtigen Informationen für das Standpersonal enthält, wie z.B. Messe- und Kontaktdaten, organisatorische Hinweise, Verhaltenshinweise, Kleiderordnung, etc.
  • Sind genügend iPads / Tablets für alle anwesenden Berater / Verkäufer vorhanden?
  • Ist das Betriebssystem auf den iPads / Tablets und die Vertriebs-App auf dem neuesten Softwarestand?
  • Sind die Vertriebsunterlagen vollständig und aktuell?
  • Ist der Gesprächsleitfaden für die jeweilige Messe entsprechend angepasst?
  • Sind die jeweiligen Mitarbeiter in den Umgang mit dem iPad / Tablets und der Vertriebs-App eingewiesen?
  • Ist das Standpersonal im Umgang mit Messebesuchern auf dem Messestand in verschiedenen – insbesondere auch kritischen – Situationen geschult, z.B. bei …
    • spezielle Fachfragen
    • Beschwerden
    • zu großem Andrang
    • „Dampfplauderern“
    • Schüler / Studenten
    • Jobsuchern

Messe-Checkliste Nr. 4: Messe-Nachbereitung

  • Sind die Abläufe für die Messe-Leaderfassung bereits vor der Messe definiert und vollständig eingerichtet?
  • Werden am Tag nach der Messe Dankesschreiben an alle Besucher versendet?
  • Werden alle Gesprächsinformationen elektronisch erfasst und ins CRM-System eingespielt?
  • Ist gewährleistet, dass alle Besucher des Messestands zeitnah (spätestens innerhalb von 2 Wochen) das vereinbarte Feedback (Infomaterial, Angebot, Terminvereinbarung, etc.) bekommen?
  • Wird eine Auswertung erstellt, welche Marketingmaterialien wie oft und mit welchem Erfolg eingesetzt wurden?
  • Wird systematisch (z.B. per Fragebogen) ein Feedback bezüglich positiver und negativer Aspekte sowie Verbesserungsvorschläge von allen an der Messe Beteiligten abgefragt?
  • Werden die Budget-Treue geprüft und der ROI gemessen?

Update 01.09.2019

Herbst-Messe-Aktion:

VERMO cloud zum AKTIONSPREIS!

Messe-Live-Test Paket


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Einleitung

Das Wort „Blockchain“ fiel erstmalig im Zusammenhang mit Bitcoin als dezentrales Netzwerk für Zahlungen in der gleichnamigen digitalen Währung. Hierbei beschreibt die Blockchain eine zugrundeliegende Technologie, in der alle Transaktionen öffentlich und unveränderbar verzeichnet sind. Dazu wird mittels kryptografischer Verfahren die Korrektheit aller Transaktionen sichergestellt – beispielsweise die richtige Transaktionsreihenfolge, Verhinderung der doppelten Ausgabe eines Bitcoins bei einer Zahlung oder Schutz vor Manipulation einer Transaktion. Der entscheidende Punkt ist die Tatsache dass keine zentrale Vertrauensinstanz notwendig ist, da die Teilnehmer dem Inhalt der Blockchain selbst vertrauen.

Aber die technische Entwicklung schreitet mit hoher Geschwindigkeit fort. Daher fällt der Begriff „Blockchain“ mittlerweile nicht nur im Zusammenhang mit digitalen Währungen. Vielmehr ist von einer Technologie die Rede, welche bestehende Produkte, Dienstleistungen und sogar Geschäftsmodelle disruptiv beeinflussen wird.

Um die Potentiale und Auswirkungen der Blockchain-Technologie besser beurteilen zu können, haben sich in den letzten Jahren verschiedene Firmen aus unterschiedlichen Technologien und vor allem Finanzbereichen in Konsortien zusammengeschlossen:

  • Das R3 Konsortium, welches vornehmlich einen Zusammenschluss von rund 80 Firmen aus der Finanzwirtschaft (UBS, Credit Suisse, Deutsche Bank, Commerzbank, …) ist. (R3CEV LLC, 2017)
  • Das IoT-Consortium, zu dem u.a. Bosch Ltd. Cisco Systems Inc. gehören, untersucht inwiefern Blockchain-Technologie zur Absicherung und Verbesserung von IoT-Netzwerken eingesetzt werden kann. (Faife, 2017)
  • Im Hyperledger(Enterprise Ethereum Alliance) Konsortium haben sich mehr als 120 Firmen aus dem Bereich Finanzen, Banken, IoT und der Industrie organisiert. (Hyperledger)
  • Enterprise Ethereum Allianz mit rund 500 Startups, Unternehmen, Akademische Einrichtungen aus den unterschiedlichsten Bereichen. (Förster, 2017)

Darüber hinaus wurden im Jahr 2016 rund 500 Mio. USD an Venture-Kapital für Blockchain-Technologien in Startups und Technologie-Firmen investiert. (Coindesk)

Auch wenn nach heutigem Stand noch nicht genau ersichtlich wird, für welche Bereiche und Anwendungsgebiete Blockchain-Technologien verwendet werden können, so wird daraus doch ersichtlich, dass dieser neuen Technologie ein großes Potential zugetraut wird.

Im nachfolgenden möchte dieser Beitrag eine kurze Einführung in die Blockchain-Technologie geben und aufzeigen in welchen Gebieten Potentiale und mögliche Anwendungsfelder liegen.

 

Was ist die Blockchain (Definition)?

Blockchain ist eine neue Technologie zur Verifizierung von Datentransaktionen in einem dezentral organisierten Netzwerk mittels kryptografischer Verfahren. Die Blockchain bietet Nachvollziehbarkeit sowie Fälschungssicherheit von Transaktionen, ohne dabei auf eine zentrale Instanz angewiesen zu sein. (Voshmgir, 2017)

Die nachfolgende Abbildung zeigt vereinfacht den prinzipiellen Aufbau einer Blockchain. Wie der Name suggeriert, werden in einer Blockchain einzelne Blöcke aneinander „gekettet“. Dabei zeigt ein Block immer auf seinen Vorgänger, wodurch in der Blockchain eine verifizierbare Kette von Blöcken entsteht, welche vom aktuell letzten Block bis zum ersten Block reicht. Der erste Block wird im Allgemeinen auch als Genesis-Block bezeichnet, da dieser keinen Vorgänger besitzt.

Innerhalb eines Blocks werden dann die einzelnen Transaktionen verzeichnet. Eine Transaktion kann wie im Beispiel ein Zahlungsvorgang sein. Aber es kann auch etwas ganz anderes sein wie z.B. ein Lieferschein oder eine Garantieurkunde. Vom Prinzip her können Blockchains alle möglichen Daten wie Texte, Bilder oder gar Programmcode speichern.

Blockchain Technologie

Abbildung 1 Blockchain; eigene Darstellung

 

Damit eine neue Transaktion in der Blockchain gespeichert werden kann, muss ein neuer Block generiert, die Transaktion darin verzeichnet und der Block an die bestehende Blockchain angehängt werden. Dieser Prozess wird als „Mining“ bezeichnet und unterliegt bestimmten Regeln. Die Regeln werden vom Protokoll der Blockchain vorgegeben und dienen dazu, den Konsens zwischen allen Teilnehmern zu ermöglichen.

Denn sobald ein Block erfolgreich an die Blockchain „angekettet“ wurde, werden alle Transaktionen innerhalb des Blocks von den Teilnehmern als valide angesehen.

Peer-to-Peer Netzwerk (Blockchain)

Abbildung 2 Peer-to-Peer Netzwerk, eigene Darstellung

 

Die Verteilung der Blockchain erfolgt dezentral über ein Peer-to-Peer Netzwerk in welchem alle Knoten untereinander gleichberechtigt sind. Weiterhin ist jeder Knoten mit mehreren anderen Knoten des Netzwerks verbunden, um untereinander den aktuellen Stand der Blockchain auszutauschen sowie neue Transaktionen im Netzwerk zu verbreiten. So können diese dann in einem späteren Block aufgenommen werden. Als weitere Aufgabe überprüft jeder Knoten den aktuellen Stand der Blockchain auf Einhaltung der Regeln.

Vergleicht man dies nun mit aktuellen verteilten Datenbanksystemen, sind diese überwiegend zentral organisiert. So gibt es einen Masterknoten, welcher die Datenhoheit über getätigte Transaktionen besitzt und dem alle anderen Knoten (Slaves) vertrauen. Eine Validierung findet hier bei den angeschlossenen Slaves nicht statt. Dadurch sind diese Systeme anfällig für Manipulationen, wenn beispielsweise der Masterknoten durch einen Akteur infiltriert wird und über diesen dann manipulierte oder falsche Informationen verteilt werden.

Im Gegensatz dazu sind im Blockchain-Netzwerk alle Knoten gleichberechtigt und jeder Knoten überprüft die Blockchain auf Einhaltung der Regeln. Sollte somit ein Knoten manipulierte oder fehlerhafte Informationen verteilen, so würde dass von den anderen Knoten unmittelbar erkannt werden.

Weiterhin hat das Netzwerk auf Grund der hohen Redundanz eine sehr hohe Ausfallsicherheit, da jeder Knoten eine Kopie der Blockchain besitzt. Somit ist es unempfindlich gegen Ausfälle falls einzelne Konten nicht mehr erreichbar sind, sei es aus technischen oder politischen (Zensur) Gründen.

Blockchain-Plattformen

 .

 Public Blockchain-Plattform

Bei der bis jetzt beschriebenen Architektur für eine Blockchain handelt es sich um eine „Public Blockchain-Plattform“. Das heißt, jeder kann die Blockchain verwenden, indem er beispielsweise selbst einen Knoten betreibt, der sich dann mit dem Netzwerk verbindet. Eine Limitierung des Zugangs zum Netzwerk existiert nicht.

Somit sind die Daten innerhalb der Blockchain transparent, da alle Teilnehmer alle Transaktionen einsehen können. Gleichzeitig bleibt durch Kryptografie die Privatsphäre gewahrt, da eine Zuordnung einer Transaktion zu einer Organisation, Firma oder Person nicht ohne weitere Informationen möglich ist. Allerdings ist die Performance eines solchen Netzwerks verglichen mit einem verteilten Datenbanksystem gering. So sind im Bitcoin Netzwerk aktuell (Stand April 2017) maximal 7 Transaktion/Sekunde möglich von denen derzeit rund 4 Transaktionen/Sekunde erreicht werden.
Weiterhin ist die Blockgröße auf 1 Mbyte limitiert wobei ungefähr alle 10 Minuten ein neuer Block hinzukommt. Dies spiegelt sich auch in den Gebühren für eine Transaktion wieder.

Um die Grenzen der oben genannten Limitierung weiter hinauszuzögern haben sich neben der Public Blockchain mit der Private Blockchain und der Consortium Blockchain zwei weitere Ansätze herausgebildet. Hierbei wird der Anspruch an ein vollkommen dezentrales Netzwerk, in dem alle Knoten gleichberechtigt sind, herabgesetzt. Dadurch wird vor allem eine signifikante Erhöhung der Transaktionsrate pro Sekunde mit gleichzeitiger Absenkung der Transaktionskosten erreicht. (Thompson, 2016)

Beispiele für Public Blockchain-Plattformen:

  • Bitcoin (Netzwerk für Zahlungen)
  • Ethereum (Smart Contract Plattform)

Private Blockchain-Plattformen

Private Blockchain-Plattformen werden von einem einzelnen Anbieter (bspw. einer Firma oder Organisation) entwickelt und betrieben. Dieser hat somit die Hoheit über die Regeln zum Erreichen des Konsens innerhalb der Blockchain sowie welche Transaktionen in die Blöcke aufgenommen werden. Dies setzt einen hohen Grad an Vertrauen in den Betreiber voraus. Der Vorteil ist aber, dass es möglich ist den Teilnehmerkreis stark einzuschränken, welcher lesenden Zugriff auf die Informationen innerhalb der Blockchain erhält. Dies kann je nach Anwendungsfall wünschenswert sein.

Beispiele für Private Blockchain-Plattformen

  • – IBM Hyperledger, Blockchain-as-a-Service (BaaS)

 Consortium Blockchain-Plattformen

Consortium Blockchain-Plattformen sind private Blockchains mit dem Unterschied, dass diese von mehreren Anbietern, welche sich zusammengeschlossen haben, entwickelt und betrieben werden. Dadurch wird die „Macht“ über das Netzwerk auf mehrere vorausgewählte Teilnehmer verteilt.

Beispiele für Consortium Blockchain-Plattformen

  • Hyperledger
  • Ethereum Enterprise
  • Ripple

Diese Art von Blockchains hat das derzeit größte Potential, die Bedürfnisse spezifischer Märkte nach automatisierten, hoch sicheren Transaktionen abzubilden.

 


Die folgenden Artikel dieser Beitragsreihe „Blockchain – Verbesserung der Transaktionssicherheit durch Kryptografische Verkettung“ werden sich mit den fünf ausgewählten Merkmalen beschäftigen, die beim Einsatz von Blockchain Technologie relevant sind sowie Anwendungsfälle und Einsatzszenarien vorstellen.

Weitere interessante Artikel finden Sie in unserem Blog

 


Literaturverzeichnis

Coindesk. (kein Datum). Blockchain Venture Capital. Abgerufen am 10. April 2017 von http://www.coindesk.com/bitcoin-venture-capital/

Enterprise Ethereum Alliance. (kein Datum). Enterprise Ethereum Alliance. Abgerufen am 10. April 2017 von http://entethalliance.org

Förster, M. (1. März 2017). Heise.de. Abgerufen am 10. April 2017 von Blockchain: Enterprise Ethereum Alliance ins Leben gerufen: Blockchain: Enterprise Ethereum Alliance ins Leben gerufen

Faife, C. (27. Januar 2017). CoinDesk. Abgerufen am 10. April 2017 von Bosch, Cisco, Gemalto and More: Tech Giants Team Up For Blockchain-IoT: http://www.coindesk.com/bosch-cisco-gemalto-and-more-tech-giants-team-for-blockchain-iot/

Hyperledger. (kein Datum). Blockchain Technologies for Business. Abgerufen am 10. Aprli 2017 von https://www.hyperledger.org

MAL, S. N. (7. Februar 2017). NEUN MAL SECHS. Abgerufen am 10. April 2017 von http://neunmalsechs.blogsport.eu/stuemperei/blockchain-exploration/ueberblick-blockchain-konsortien/

R3CEV LLC. (2017). R3. Abgerufen am 10. 4 2017 von http://www.r3cev.com

Thompson, C. (2016. Oktober 2016). Blockchain Daily News. Abgerufen am 20. April 2017 von The difference between a Private, Public & Consortium Blockchain.: http://www.blockchaindailynews.com/The-difference-between-a-Private-Public-Consortium-Blockchain_a24681.html

Voshmgir, S. (30. Januar 2017). Blockchains, Smart Contracts und das Dezentrale Web. 36. (T. S. Berlin, Hrsg.) Berlin, Berlin, Deutschland.

 

Deutschland wandelt sich vom Produktions- zur Dienstleistungs-Nation. Fast 70% der Bruttowertschöpfung in Deutschland findet im Dienstleistungsbereich statt. Gleichzeitig wächst der Anspruch der Kunden. Durch die hohe Digitalisierung und Vernetzung sämtlicher Lebensbereiche verändert sich die Wahrnehmung. Informationen müssen sofort verfügbar sein, Anfragen  zeitnah bearbeitet werden.

Obwohl die Dienstleistungen für Unternehmen immer wichtiger werden,  erfolgt die Implementierung von Dienstleistungsprozessen meist mittels Versuch und Irrtum.
Service Blueprinting bietet hier einen strukturierten Ansatz, Dienstleistungsprozesse kundenorientiert zu gestalten. Die Methode eröffnet dabei die Möglichkeit bei bestehenden Prozessen Optimierungspotentiale aufzudecken und Auswirkungen zukünftiger Prozesse im Vorfeld zu analysieren.

Service Blueprinting

Service Blueprinting ist eine Methode zur Analyse, Visualisierung und Optimierung von Dienstleistungsprozessen. Der Service Blueprint vereint sowohl die Sicht des Kunden, als auch die Sicht des Anbieters auf die Dienstleistung. Aus dem Blueprint wird sichtbar, wie die Komponenten des Services miteinander verzahnt sind.
Der Verlauf der Dienstleistung wird dabei in einem Ablaufdiagramm beschrieben. Dieses wird horizontal in folgende Bereiche unterteilt:

  1. Physikalischer Beweis
    Dies sind die „physikalischen“ Dinge, mit denen der Kunde während der Nutzung in Kontakt kommt. Dies kann zum Beispiel die Webseite der Firma, der Stand auf der Messe oder auch ein Katalog oder Prospekt sein.
  2. Handlungen des Kunden
    Die Handlungen des Kunden beinhalten die einzelnen Schritte, welche der Kunde während des Prozesses durchläuft.
  3. Handlungen des Anbieters
    Die Handlungen des Anbieters ist für den Kunden der sichtbare Teil der Dienstleistung. Hier findet eine direkte Interaktion zwischen Kunden und Mitarbeiter der Firma statt.
  4. Aktivitäten im Hintergrund
    Dies sind alle Aktionen, die das Unternehmen im Hintergrund durchführt, welche für die Nutzer nicht sichtbar sind.
  5. Interne Hintergrundprozesse
    Dies sind unterstützende Prozesse für den Dienstleistungsprozess.

Besonders an dieser Methode ist, dass nicht nur die Bereiche abgebildet werden, welche für den Kunden unmittelbar erlebbar sind, sondern dass auch die „unsichtbaren“ Prozesse im Hintergrund betrachtet werden. Gerade diese Prozesse bergen die Gefahr, sich negativ auf einen Prozess auszuwirken. So müssen die nötigen Infrastrukturen für den neuen Prozess bereitgestellt und auch die beteiligten Akteure im Hintergrund müssen reibungslos untereinander und mit den Mitarbeitern mit direktem Kundenkontakt zusammenarbeiten. Arbeiten zum Beispiel Innen- und Außendienst nicht oder nur ungenügend miteinander oder ist die IT-Infrastruktur unzuverlässig, können die besten Vordergrund-Prozesse kaum optimal ihre Wirkung entfalten.

 Schnellere Reaktionszeiten durch digitale Leaderfassung

Als praktisches Beispiel für den Service Blueprint soll uns nun der Prozess „Messebesuch“ dienen. In unserem Beispiel soll untersucht werden, wie sich dieser Prozess bei der Einführung von VERMO cloud, einer App zur Leaderfassung, verändert. Zunächst wird der IST-Zustand untersucht.
Die Handlungen des Kunden (2) sind recht überschaubar. Er trifft am Messestand ein,  lässt sich beraten und erhält einige Zeit später die gewünschten Prospekte zugesendet. Auffällig ist, dass das Gespräch und der Versand weit auseinander liegen. Je nach Dauer dieser Prozessunterbrechung aus Sicht des Kunden, besteht die Gefahr, dass er sich nicht mehr an den Inhalt des Gespräches erinnert oder längst zur Konkurrenz gewechselt ist.

Der Grund für diese Verzögerung lässt sich gut anhand des Blueprints erklären, wenn man hinter Kulissen schaut. Die Notizen zum Gespräch und die Kontaktdaten wurden auf dem Messebogen festgehalten. Dieser wird nach Beendigung der Messe von einem Mitarbeiter des Innendiensts weiter verarbeitet. Hier tritt die erste Verzögerung im Prozessablauf ein. Der Inhalt des Messebogens wird in das CRM übertragen. Der Medienbruch (analog – digital) bei diesem Schritt birgt zudem die Gefahr, dass es zu fehlerhaften Eingaben kommt. Am Ende der Prozesskette steht der Versand der Produktinformationen an den Kunden. Dies ist der Prozessschritt welcher für den Kunden wieder sichtbar ist. Die Zwischenschritte sind für ihn nicht ersichtlich, jedoch nimmt er wahr, dass die gewünschte Information verhältnismäßig spät bei ihm eintrifft.

 

Die Schwachstellen des alten Prozesses sind die zeitverzögerten manuellen Schritte im Hintergrund und die vorhandenen Medienbrüche.

Anders gestaltet sich der gleiche Prozess mit Unterstützung der VERMO cloud App. Mit Absenden des Gespräches werden die Kundendaten automatisch ins CRM übertragen. Lange Bearbeitungszeiten und unnötige Medienbrüche entfallen. Für den Kunden der markanteste Unterschied ist, dass er die gewünschten Produktinformationen unmittelbar erhält.

 

 

Fazit

Die  Anwendung von Service Blueprinting bietet eine Reihe von Vorteilen:
Leichtes Verständnis ermöglicht interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Service Blueprints können nach einer kurzen Einführung auch von einem Laien gut verstanden werden. Wenn in einem Workshop Vertreter von verschiedenen Abteilungen gemeinsam an Prozessverbesserungen arbeiten, stellt der Blueprint ein gutes gemeinsames Kommunikationsmedium dar.

Schwachstellen werden schon vor der Implementierung sichtbar

Vorteil der Methode ist, dass Auswirkungen auf den Serviceprozess bereits vor der Implementierung sichtbar werden. Dadurch können potentielle Schwierigkeit schon auf dem Reißbrett behoben werden, bevor Kosten entstehen oder Kunden verärgert werden.

 Auswirkungen auf andere Abteilungen werden früh sichtbar

Durch die Einbeziehung der Ebenen „Aktivitäten im Hintergrund“ und „Interne Hintergrundprozesse“ werden Auswirkungen auf Abteilungen im Unternehmen sichtbar, welche auf den ersten Blick nicht von dem jeweiligen Prozess nicht betroffen scheinen. Somit können diese Abteilungen rechtzeitig mit eingebunden werden.

Silodenken wird minimiert

Werden beim Aufbau des neuen Prozesses Vertreter mehrerer Abteilungen mit einbezogen, kann Service Blueprinting helfen, das Silodenken der einzelnen Parteien abzubauen. Mittels des Service Blueprints können Zusammenhänge der einzelnen Prozessschritte leicht klargemacht werden und Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Abteilungen/Teams aufgezeigt werden.

 
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Warum ist die Digitalisierung so schwer?

 

Wissen Sie was Sie entwickeln sollen? Mit Sicherheit! Aber wissen Sie auch, warum genau diese Funktion für Ihr Projekt wichtig ist und für wen diese Funktion von Bedeutung ist? Wenn nein, ist Impact Mapping die Methode der Wahl für Sie.

 

Impact Mapping: Relevanz statt nur Code

Es gibt immer mehr zu programmieren, als es die Ressourcen zulassen. Eine Herausforderung in agilen Softwareprojekten ist es daher in der Anforderungsermittlung, die wichtigsten Funktionen herauszufinden. Impact Mapping  ist ein Planungstool, welches dabei hilft, die Funktionen mit dem größten Effekt auf den Unternehmenserfolg zu identifizieren. Dadurch hilft die Impact Map, Projektressourcen optimal einzusetzen.

Eine Impact Map ist eine vierstufige Mindmap, welche die Beziehungen zwischen Geschäftszielen, Akteuren, Auswirkungen und Maßnahmen visualisiert.

Dabei werden mit der Impact Map folgende Fragen beantwortet:

  • Warum machen wir das Projekt? (Ziel)
  • Wer wird durch das Projekt beeinflusst? (Akteure)
  • Welche Verhaltensweisen der Akteure möchten wir erreichen? (Auswirkung)
  • Was müssen wir liefern oder entwickeln, um die gewünschten Verhaltensweisen zu erreichen? (Maßnahmen)

In unserem Beispiel wird eine E-Commerce-App betrachtet. Nachfolgend ist die Impact Map für diesen Anwendungsfall dargestellt.

 

 

Vom „Warum?“ zum „Was?“: Aufbau einer Impact Map

Das Ziel (Warum?)

Der zentrale Punkt in der Impact Map ist das Ziel. Allzu oft wird sich bei IT-Projekten nur gefragt „Was“ umgesetzt werden soll oder eventuell noch „Wie“ die Umsetzung technisch erfolgen soll. Das „Warum?“ kommt in den meisten Fällen zu kurz. Dabei ist die Frage nach dem „Warum“ die wichtigste Frage, wenn das Projekt erfolgreich sein soll. Zu wissen, warum man etwas tut, ist die Basis, um gute Entscheidungen zu treffen.
Das zentrale Element der Impact Map ist daher das Ziel. Das Ziel definiert das Geschäftsziel, welches erreicht werden soll. Im Beispiel lautet das Geschäftsziel „Umsatz um 5 % in 6 Monaten steigern“.

 

Akteure (Wer?)
Im nächsten Schritt werden die Akteure ermittelt. Die Akteure sind diejenigen, die einen Einfluss auf die Projektergebnisse haben. Dies können Nutzer der Software oder andere Personen sein, welche vom Projekt betroffen sind (Stakeholder). Hierbei werden nicht nur die Personen miteinbezogen, welche zum Projekterfolg beitragen, sondern auch diejenigen, welche einen negativen Einfluss auf die angestrebten Ziele haben könnten.  Im Grunde wird hier also eine Stakeholderanalyse durchgeführt. In der vorliegenden Impact Map ist der Akteur der Kunde, welcher über die E-Commerce-App Einkäufe tätigen soll.

 

Auswirkungen (Wie?)
Die Auswirkungen setzen die Akteure in Bezug zu den Business-Zielen.  Sie beschreiben die gewünschte Verhaltensänderung der Akteure, damit die Geschäftsziele erreicht werden. Damit das Ziel der Umsatzsteigerung erreicht werden kann, müssen die Kunden mehr kaufen. Dies könnte dadurch geschehen, dass sie Artikel, die sie bisher noch  nicht gekauft haben, nun über die App beziehen. Eine andere Möglichkeit, den Umsatz zu steigern, könnte darin bestehen, dass der Einkaufsprozess so komfortabel gestaltet wird, dass die Kunden regelmäßig über die App einkaufen und nicht zur Konkurrenz ausweichen.

 

Maßnahmen (Was?)
Die Maßnahmen beschreiben, was die Organisation oder das Team entwickeln oder anbieten muss, um das gewünschte Verhalten der Akteure zu erreichen. Um den Kauf einer breiteren Produktpalette anzuregen, könnten beispielsweise verwandte Artikel angezeigt werden, um dadurch weitere Verkaufsimpulse zu setzen.
Der Bestellprozess könnte vereinfacht werden, indem ein Barcode-Scanner innerhalb der App bereit gestellt wird, wodurch die Artikeleingabe im Gegensatz zur manuellen Artikelnummerneingabe massiv vereinfacht wird. Auch eine Anzeige der bisher bestellten Artikel würde den Aufwand des Bestellprozesses für bereits bestellte Artikel reduzieren, da diese nicht aufwendig herausgesucht werden müssten.

  

Einsatz in der Praxis

Die Impact Map kann nach dem Top-Down-Prinzip oder Botton-Up-Prinzip aufgebaut werden.

Beim Top-Down-Ansatz wird ausgehend vom Geschäftsziel die Impact Map aufgebaut. Bei diesem Vorgehen können Ideen für Funktionen oder Maßnahmen generiert werden, um die angestrebten Geschäftsziele zu erreichen. Aus diesem Grund können die entsprechenden Anforderungen abgeleitet werden. Für eine genauere Spezifikation der Anforderungen und die anschließende Release-Planung bietet sich ergänzend die Methode des User Story Mappings an.

 

Sind bereits Anforderungen vorhanden, können diese mittels des Impact Mappings priorisiert werden. Dazu wird zunächst eine Impact Map aufgebaut und es werden die bisherigen Anforderungen mit dem Geschäftsziel in Beziehung gesetzt. Wird während des Prozesses festgestellt, dass eine Funktion wenig oder keinen Bezug zum Geschäftsziel hat, empfiehlt es sich, diese niedrig zu priorisieren oder ganz fallen zu lassen.

 

Fazit

Impact Mapping hilft den wirtschaftlichen Mehrwert eines Produktes oder Projektes im Blick zu behalten. Es visualisiert die Beziehungen zwischen den Funktionen und den erstrebten Geschäftszielen.  Durch den Einsatz dieser Methode können die Projektressourcen optimal eingesetzt werden und der maximale Nutzen erzeugt werden.

 

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